Unterstufenkonzept

Ausflug zum Michaelifest

Ausflug zum Michaelifest

Die drei Leitsterne der Annie Heuser Schule „sozial, gesund und innerstädtisch“ finden differenzierte Ausgestaltungen in allen Klassenstufen:

In der Unterstufe bedeutet Lernen vor allem: Erfahrungen machen. Dazu gehört es, sich zu bewegen. Ein wichtiger Schritt ist es auch, zu einer guten Klassengemeinschaft heranzureifen. Die Kinder vollziehen ihre Erfahrungen dabei vorrangig innerhalb ihrer Lerngruppe.

Durch rhythmisch wiederkehrende Rituale kann den Kindern ein sicherer Raum geboten werden, in dem sie sich entfalten können. Ein angemessener Wechsel zwischen konzentrierter Arbeit und freudiger Bewegung fördert die Gesundheit der Kinder. Ein breitgefächertes Bewegungsangebot wird den Bedürfnissen der Kinder gerecht. So gehören u.a. regelmäßige „Waldtage“ zum festen Bestandteil der unteren Klassen. Ebenso legen wir Wert auf gesunde, frisch zubereitete Ernährung.

Das sukzessive Erweitern des räumlichen Erfahrungsfeldes (Wald, Gartenarbeitsschule, Radtouren) fördert in kindgerechter Weise das Kennenlernen innerstädtischen Lebens.

Besonderheiten in den einzelnen Jahrgangsstufen

In der ersten und zweiten Klasse ist der Klassenbetreuer täglich während der gesamten Unterrichtszeit von 8.00-12.00 Uhr mit den Kindern zusammen. Dazu gehört auch, dass gemeinsam gefrühstückt wird und eine gemeinsame Bewegungspause innerhalb des Hauptunterrichtes an der frischen Luft verbracht wird. Durch die Anwesenheit einer FSJ-Kraft (junge Menschen, die ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren) können einzelne Kinder im Unterricht besondere Unterstützung bekommen.

Im ersten Schuljahr lernen die Kinder das Alphabet, beginnen zu schreiben und das Geschriebene zu lesen. Im Rechnen werden die vier Grundrechenarten erlernt sowie das Formenzeichnen geübt.

Im zweiten Schuljahr werden die kleinen Buchstaben eingeführt, das Lesen intensiviert, 1×1-Reihen geübt und der Zahlenraum bis 100 erweitert. Im Formenzeichnen wird die Fähigkeit, symmetrisch zu spiegeln erworben.

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Epochenunterricht: Gartenbau

Im dritten Schuljahr wird die Schreibschrift eingeführt, kleine Diktate geschrieben, die vier schriftlichen Rechenarten erarbeitet. Neben dem Formenzeichnen kommt die Handwerker- und Hausbauepoche hinzu.

Im vierten Schuljahr lernen die Kinder mit Brüchen zu rechnen. Es werden erste Erfahrungen damit gemacht, Referate zu halten, Aufsätze geschrieben und Grammatik unterrichtet. Als neue Epochen kommen Tierkunde und Heimatkunde hinzu.

Der Epochenunterricht dauert jeweils etwa 3-4 Wochen und findet täglich von 8.00-9.45 Uhr statt.

Tagesablauf für die beiden unteren Klassen:

Während des Fachunterrichtes (Englisch, Französisch, Musik, Eurythmie, Handarbeit, Spielturnen) unterrichten die einzelnen FachlehrerInnen die Klasse und der Klassenbetreuer begleitet deren Arbeit, so dass immer zwei Pädagogen in der Klasse sind.

Der Fremdsprachenunterricht wird langsam ausgebaut. Das bedeutet, dass die Kinder zunächst nur Englisch haben und dann, spätestens ab der zweiten Klasse, Fremdsprachenunterricht in Epochen: Im Wechsel von drei bis vier Wochen haben die Kinder entweder täglich Englisch oder Französisch. Dieser Rhythmus bleibt auch in der 3. und 4. Klasse so bestehen.

Ab 12.00 Uhr werden die Kinder im Hort betreut. Es wird im Hortraum der jeweiligen Klasse ein frisch gekochtes, vegetarisches Mittagessen gemeinsam eingenommen und anschließend ruht die 1. Klasse noch auf den Ruhematten bis um 13.30 Uhr (Ende der VHG: Verlässliche Halbtagsschule). Ab der zweiten Klasse wird die Ruhepause nach Bedarf angeboten.

Tagesablauf für die dritte und vierte Klasse:

Die Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klasse haben grundsätzlich bis 13.00 Uhr Unterrich – gelegentlich auch länger. Ab 13.30 Uhr können die Kinder im Hort verschiedene Angebote in altersgemischten Gruppen wahrnehmen: Freispiel draußen, stilles Spiel im Hortraum, verschiedene AG’s (Theater, Malen, Töpfern, Basteln, Akrobatik) oder Hausaufgaben machen. Jeden Freitag wird draußen am offenen Feuer Stockbrot gemacht, gelegentlich auch im Lehmofen Brot gebacken.

Schwerpunkte der fünften und sechsten Klasse:

Die 5. und 6. Klasse bilden das letzte Drittel der Unterstufenzeit, in welcher weiterhin der
Klassenbetreuer die Klasse täglich unterrichtet.

Diese zwei Jahre bilden einen weiteren Umbruch innerhalb der Entwicklung des Kindes: das zwölfte Lebensjahr. Die Mitte der Kindheit ist gleichzeitig auch die Zeit zwischen Rubikon und Pubertät. Die Kinder nehmen Abschied von der Kindheit und beginnen, mehr und mehr verantwortlich zu handeln, sich eigene Ziele zu setzen. Der Zahnwechsel ist abgeschlossen und das Längenwachstum setzt ein. Die geschlechtliche Reifung vollzieht sich. Die Kinder haben Freude daran, Gesetzmäßigkeiten denkend zu erfassen und Zusammenhänge zu verstehen. Diesem zarten Erwachen der Individualität entspricht es, dass der Tag mit einem neuen Spruch beginnt:“Ich schaue in die Welt!“

Es werden nun Pflanzenkunde, Geologie und Physik unterrichtet, durch welche die Kinder ihre Wahrnehmung differenzieren und schulen sollen. Versuchsbeschreibungen werden gemacht, geometrische Gesetze erforscht und durch das praktischen Arbeiten im Werken und Gartenbau wird gelernt, dass derjenige zum Zeil kommt, der in der Lage ist, zeitlich sinnvoll gegliederte Arbeitsschritte einzuhalten.

Der Mathematikunterricht führt anhand der Dezimalbruchrechnung, der Zwei- und Dreisatzaufgaben und der Zins- und Prozentrechnung in konkrete Bereiche des Alltagslebens hinein.

Im Deutschunterricht sind Satzlehre und verschiedene Textformen Gegenstand des Unterrichtes, zum Teil ergänzt durch Klassenspiele.

In dieser Altersstufe sollen die Kinder intensive Erfahrungen sowohl im Bereich der Kunst als auch in den fremdsprachlichen Fächern machen. Dabei geht es in der Auseinandersetzung mit den Themen nicht nur um das „Was“, sondern genauso um das „Wie“.

Im Geographie- und Geschichtsunterricht erleben die Schüler beispielhaft verschiedene
Entwicklungsprozesse. Dadurch wird auf neue Weise das Kohärenzgefühl gestärkt.

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